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Blitzlesen: schnell lesen lernen

Für Kinder mit einer Lese-Rechtschreibschwäche ist die Erfassung von Wörtern oder Texten oft eine Herausforderung. Mit unserer Blitzlese-Übung kann dein Kind trainieren, Wörter schnell als Ganzes zu erfassen.

Warum ist Blitzlesen wichtig?

Unerfahrene Lesende erarbeiten sich Wörter zunächst buchstabenweise. Diese sogenannte einzelheitliche Lesestrategie ist anfangs super, um neue Wörter zu (er-)lesen. Später, wenn längere Wörter, Sätze oder Texte gelesen werden, ist diese Lesestrategie aber nicht mehr effizient, da sie viel Zeit in Anspruch nimmt. In der Folge zeigt sich oft eine reduzierte Lesegeschwindigkeit, die wiederum mit einer hohen Belastung der Gedächtniskapazitäten einhergeht und sich schließlich negativ auf das verstehende Lesen auswirken kann. Erfahrene Lesende hingegen betrachten vertraute Wörter als Ganzes (ähnlich wie ein Bild) und erkennen diese wieder. Mithilfe dieser sogenannten ganzheitlichen Lesestrategie werden Wörter zügig erkannt und in der Regel nur noch neue Wörter oder Fremdwörter einzelheitlich gelesen.

Deshalb ist es für jeden heranwachsenden Lesenden so wichtig, das ganzheitliche Erfassen von Wörtern zu üben. Genau dieses schnelle Erkennen von Wörtern wird beim Blitzlesen trainiert.

Beispiel: Du zeigst deinem Kind das geschriebene Wort „Haus“. Dein Kind liest „H“, „a“, „u“, „s“ –  zerlegt also das Wort in seine Buchstaben. Dies dauert viel länger als das ganzheitliche Erkennen des Wortes „Haus“. Überträgt man dies auf längere Wörter, Sätze oder gar Texte, lässt sich erahnen, wie mühsam und zeitaufwendig das Lesen mittels einzelheitlicher Lesestrategie sein kann. Oftmals werden Wörter auf diese Weise nicht richtig identifiziert oder die Wörter, die am Satzanfang standen, sind am Satzende schon wieder vergessen. Als Konsequenz beginnen Kinder nicht selten damit, Wörter zu erraten.

Die Blitzlese-Übung erklärt

Beim Blitzlesen wird deinem Kind für kurze Zeit ein Wort oder Wortteil gezeigt. Danach fragst du dein Kind, was es gelesen hat. Ziel ist es, dass dein Kind das Wort schnell erkennt und korrekt benennen kann.

Während der Übung kannst du das (Teil-)Wort entweder als richtig markieren, als falsch markieren oder wiederholen.

Anzeigedauer (in Sekunden)

Abgestimmt auf dein Kind, kannst du einstellen, wie lange die (Teil-)Worte deinem Kind präsentiert werden. Als Geschwindigkeit empfehlen wir 0.5 Sekunden. Je nach Alter und Leseniveau deines Kindes ist es sinnvoll, mit einer anderen Geschwindigkeit anzufangen. Merkt ihr beim Üben, dass dies zu schnell oder zu langsam ist, dann ändert ihr die Anzeigedauer beim nächsten Durchgang.

Schriftart

Hier legst du fest, in welcher Schriftart die Wörter angezeigt werden. Wir bieten 2 Schriftarten an, 1.) die Handschrift und 2.) die Computerschrift.

In der Grundschule ist es oft sinnvoll, das Blitzlesen zunächst mit der Handschrift zu üben, da gerade für jüngere Kinder die Unterscheidung des kleinen L (l) und des großen i (I) eine Herausforderung sein kann. Außerdem wird der Buchstabe a vom Computer häufig anders geschrieben, als es die Kinder in der Schule lernen.

Dein Kind wächst im 21. Jahrhundert auf und wird in seinem Leben viele Texte am Computer lesen.  Wir empfehlen deshalb, das Blitzlesen auch mit der Schriftart „Computer“ zu üben,  zumal dein Kind im Laufe der Zeit einen eigenen Schreibstil entwickelt. Der eigene Schriftstil ist dabei möglicherweise der Computerschrift näher.

Wortliste

Die Wortliste bestimmt, welches Wortmaterial in der Übung gezeigt wird. Bei der Auswahl des Wortmaterials kommt es darauf an, wie gut dein Kind schon lesen kann. Am Anfang empfehlen wir, mit kurzen und vertrauten Wörtern zu beginnen, die eine einfache Wortstruktur aufweisen (z.B. Haus, Sofa, Auto). Das wird den Einstieg in die Übung für dein Kind erleichtern. Je nach Leseniveau können aber auch einfache Wortteile (z. B. Silben) gelesen werden, oder komplexere, längere Wörter, etwa Wörter mit Konsonantenverbindungen (z. B. „kr“ oder „gl“) oder Komposita (z. B. Fensterbrett). Darüber hinaus kann es förderlich sein, Wörter aus passenden thematischen bzw. grammatikalischen Wortfeldern anzubieten oder Wörter nach orthografischen Phänomen zu sortieren, etwa zur Doppelkonsonanz.

Häufig gestellte Fragen

Beim Blitzlesen werden Wortkarten in sehr kurzen Abständen gezeigt. Die Aufgabe deines Kindes ist es, die Wörter so schnell wie möglich zu lesen und sie danach laut auszusprechen. Dabei wird die schnelle Erfassung von Wörtern trainiert, die wiederum ein wichtiger Bestandteil ist, um die Lesegeschwindigkeit zu erhöhen und somit erfolgreich Wörter, Sätze und Texte lesen zu können.

Kinder mit Schwierigkeiten beim Lesen. Besonders geeignet ist das Blitzlesen für Kinder mit einer Lese-Rechtschreibstörung oder isolierten Lesestörung bzw. für Kinder, die noch nicht (sicher) die ganzheitliche Lesestrategie beherrschen.

Gerade bei Kindern mit einer Lese-Rechtschreibschwäche ist Blitzlesen eine effektive Methode, um die Lesefertigkeit deines Kindes zu verbessern. Kinder mit LRS haben häufig Probleme mit dem Erwerb der ganzheitlichen Lesestrategie bzw. weisen ein sehr geringes Lesetempo auf, was sich letztlich negativ auf das verstehende Lesen auswirkt. Der Einsatz der Blitzlese-Übung kann besonders bei Kindern mit Leseschwierigkeiten zu einer effizienteren Lesestrategie beitragen, indem sie vertraute Wörter verinnerlichen und lernen, sie ganzheitlich abzurufen. Dies wirkt sich wiederum positiv auf die Lesegeschwindigkeit und das verstehende Lesen aus.

Ja! Unser Tool richtet sich zwar primär an Familien, die zu Hause die Lesefertigkeit trainieren wollen, du kannst unser Tool trotzdem sehr gerne auch in deiner Lerntherapie verwenden.

Wir empfehlen ein häufiges, kurzes Training mit der Blitzlese-Übung, etwa ein bis zwei Lesedurchgänge an drei bis vier Tagen pro Woche. Hierdurch bleibt dein Kind stetig dran, ermüdet aber nicht durch zu langes Training.

Dies kommt darauf an, wie gut dein Kind das angebotene Wortmaterial bei einem Durchgang bereits gelesen hat. Zunächst kannst du das Wortmaterial beibehalten und die Zeit zum Lesen verkürzen. Wenn auch das gut klappt, lassen sich neue Wörter hinzufügen oder die Wörter komplett durch anspruchsvollere Wörter ersetzen.